Klassisches Chiptuning oder Zusatzsteuergerät?

Ratlose Käufer: Kennfeldänderung oder Tuningbox?

Chiptuning durch Kennfeldänderung oder Zusatzsteuergerät? (oft auch als Powerbox, Tuningkit, Blackbox oder Tuningbox bezeichnet). Unabhängig der teilweise heiß – wenn auch nicht oft wirklich fachlich fundiert – diskutierten Vor- und Nachteile beider Methoden ist viel mehr die individuelle Qualität des Produktes entscheidend, als irgend welche Phrasen der jeweiligen Anbieterfraktionen. Die herstellerseitigen Schutz- und Diagnosefunktionen des Motorsteuergerätes bleiben bei seriösen Anbietern vollumfänglich erhalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Kennfeldänderung oder ein Zusatzsteuergerät handelt.

Es wird ja auch gerne mal von “Fachleuten” verbreitet, dass Zusatzsteuergeräte dem Motorsteuergerät falsche Werte vorgaukeln. Wenn das so ist, dann gilt das auch für Kennfeldänderungen! Ob man in Echtzeit Sensor Spannungen verändert und an das Steuergerät weitergibt, oder durch eine Kennfeldänderung das Steuergerät veranlasst eine Spannungsänderung vorzunehmen – in beiden Fällen werden die originalen Werte verändert. Je nach Sicht der Dinge kann man das (positiv) optimieren, abstimmen oder (negativ) auch manipulieren nennen. Wie man sieht, führt das nicht wirklich weiter. Verfügen Anbieter über beide Möglichkeiten des Tunings, können sie die Wahl dem Kunden überlassen und dabei kundenspezifische Entscheidungshilfen geben. Bei reinen Anhängern einer Methode darf man auch schon mal etwas weniger Objektivität erwarten (was sich auch oft in deren pro und contra Listen widerspiegelt).

Während die Zusatzsteuergeräte durch einfache und meistens schnelle Montage/Demontage glänzen, kann die Kennfeldänderung in aller Regel nur mit entsprechenden Tools (Löten/OBD/BDM) vom Tuner durchgeführt werden. Hersteller Updates und immer häufiger auftretende Security Fallen beim Programmieren der Motorsteuergeräte, veranlassen immer mehr Autofahrer (und auch Tuninganbieter) zu steckbaren und (selber) rückrüstbaren Lösungen zu greifen. Wenn man sich mit diesen Nachteilen der Kennfeldänderung bei neueren Fahrzeugen arrangieren kann, erhält man allerdings in den meisten Fällen im direkten Vergleich zum Zusatzsteuergerät eine höhere Mehrleistung. Sofern möglich, wird bei vielen Kennfeld Anbietern auch immer die Vmax Sperre mit aufgehoben. Auch dieser Vorteil ist für viele Kunden kaufentscheidend.

Halten wir also fest: Wer eine jederzeit schnell rückrüstbare, Werkstatt unabhängige Leistungssteigerung sucht sollte zum Zusatzsteuergerät greifen. Steht die maximale Leistungsausbeute ganz oben auf der Agenda ist man mit einer Kennfeldänderung besser bedient. In beiden Fällen sollte nach der Rückrüstung/Ausbau der Fehler-/Ereignisspeicher auf verdächtige Einträge überprüft und ggf. gelöscht werden. Eine wirklich “spurlose” Rückrüstung scheitert häufig an Handlingfehlern der ausführenden Personen oder mangelndem Wissen was zu beachten ist bzw. wo nachgeschaut werden muss. Beide Varianten sind trotz aller Werbeversprechen sicher mit Restrisiken der Entdeckung behaftet. Je professioneller der Anbieter, desto geringer das Entdeckungsrisiko!