Alles hat ein Ende…

Ein Blog lebt wohl von ständig neuen Beiträgen. Dazu fehlt mir inzwischen irgendwie die große Lust. Beim Durchlesen meiner Beiträge wurde mir bewusst, dass auch eine erneute Betrachtung meiner subjektiven Meinung aktuell keine wesentlich anderen Inhalte zu Tage fördern würde. Einiges könnte aktualisiert werden, aber der Grundtenor würde sich kaum ändern.

Es hat sich auch in der Branche nicht viel verändert – immer noch sind die gleichen „Marktführer“ mit der gleichen Masche und Werbepolitik (Revolutionen, Weltneuheiten, 30% Mehrleistung usw.) unterwegs. Die Fachpresse übernimmt dankbar Werbetexte und stellt angebliche Innovationen vor, die bei genauer Betrachtung ein Aufguss des alten „spare ich heute Sprit oder brauche ich Beschleunigung“ Unsinn sind. Offensichtlich hat es die Generation Smartphone genau so wenig verstanden wie die Freunde der Kabelfernbedienung davor.

Da muss ich mich doch sehr wundern, wenn gerade aus dieser Ecke (der selbsternannten Marktführer) Anfragen für Werbung auf meinem Blog kommen. Offensichtlich ist die ständige Werbe-Penetranz wichtiger als die Erkenntnis, dass hier genau vor diesen Leuten gewarnt wird – verrückte Welt.

In diesem Sinne weiterhin viel Spass beim Tunen – meine Beiträge sind soweit abgeschlossen und bleiben als „Mahnmal“ weiterhin online – ohne Fortsetzung…

RS

Neue Rubrik Automotive News?

Neben dem Thema Chiptuning gibt es ja hin und wieder etwas zu berichten in der Auto- oder Motorsportwelt. News, Kurioses oder Interessantes (aus meiner Sicht)  wird hier ohne Zusammenhang in loser Reihenfolge vorgestellt und ggf. auch kommentiert. Es geht natürlich im weitesten Sinne um das Thema Auto, daher auch der gewählte Titel.

Bei der Gelegenheit noch etwas in eigener Sache: Viele um nicht zu sagen fast alle Kommentare die hier täglich eintrudeln bieten wenig zum Thema und dienen offensichtlich nur der Verbreitung von Werbe-Links für die Autoren oder deren Auftraggeber. Es stört mich nicht, wenn hier Reklame in Form von Links gemacht wird, solange der Inhalt des Kommentars etwas zum Thema beiträgt. Antworten ohne Bezug zum Thema werden daher generell gelöscht.

RS

Klassisches Chiptuning oder Zusatzsteuergerät?

Ratlose Käufer: Kennfeldänderung oder Tuningbox?

Chiptuning durch Kennfeldänderung oder Zusatzsteuergerät? (oft auch als Powerbox, Tuningkit, Blackbox oder Tuningbox bezeichnet). Unabhängig der teilweise heiß – wenn auch nicht oft wirklich fachlich fundiert – diskutierten Vor- und Nachteile beider Methoden ist viel mehr die individuelle Qualität des Produktes entscheidend, als irgend welche Phrasen der jeweiligen Anbieterfraktionen. Die herstellerseitigen Schutz- und Diagnosefunktionen des Motorsteuergerätes bleiben bei seriösen Anbietern vollumfänglich erhalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Kennfeldänderung oder ein Zusatzsteuergerät handelt.

Es wird ja auch gerne mal von “Fachleuten” verbreitet, dass Zusatzsteuergeräte dem Motorsteuergerät falsche Werte vorgaukeln. Wenn das so ist, dann gilt das auch für Kennfeldänderungen! Ob man in Echtzeit Sensor Spannungen verändert und an das Steuergerät weitergibt, oder durch eine Kennfeldänderung das Steuergerät veranlasst eine Spannungsänderung vorzunehmen – in beiden Fällen werden die originalen Werte verändert. Je nach Sicht der Dinge kann man das (positiv) optimieren, abstimmen oder (negativ) auch manipulieren nennen. Wie man sieht, führt das nicht wirklich weiter. Verfügen Anbieter über beide Möglichkeiten des Tunings, können sie die Wahl dem Kunden überlassen und dabei kundenspezifische Entscheidungshilfen geben. Bei reinen Anhängern einer Methode darf man auch schon mal etwas weniger Objektivität erwarten (was sich auch oft in deren pro und contra Listen widerspiegelt).

Während die Zusatzsteuergeräte durch einfache und meistens schnelle Montage/Demontage glänzen, kann die Kennfeldänderung in aller Regel nur mit entsprechenden Tools (Löten/OBD/BDM) vom Tuner durchgeführt werden. Hersteller Updates und immer häufiger auftretende Security Fallen beim Programmieren der Motorsteuergeräte, veranlassen immer mehr Autofahrer (und auch Tuninganbieter) zu steckbaren und (selber) rückrüstbaren Lösungen zu greifen. Wenn man sich mit diesen Nachteilen der Kennfeldänderung bei neueren Fahrzeugen arrangieren kann, erhält man allerdings in den meisten Fällen im direkten Vergleich zum Zusatzsteuergerät eine höhere Mehrleistung. Sofern möglich, wird bei vielen Kennfeld Anbietern auch immer die Vmax Sperre mit aufgehoben. Auch dieser Vorteil ist für viele Kunden kaufentscheidend.

Halten wir also fest: Wer eine jederzeit schnell rückrüstbare, Werkstatt unabhängige Leistungssteigerung sucht sollte zum Zusatzsteuergerät greifen. Steht die maximale Leistungsausbeute ganz oben auf der Agenda ist man mit einer Kennfeldänderung besser bedient. In beiden Fällen sollte nach der Rückrüstung/Ausbau der Fehler-/Ereignisspeicher auf verdächtige Einträge überprüft und ggf. gelöscht werden. Eine wirklich “spurlose” Rückrüstung scheitert häufig an Handlingfehlern der ausführenden Personen oder mangelndem Wissen was zu beachten ist bzw. wo nachgeschaut werden muss. Beide Varianten sind trotz aller Werbeversprechen sicher mit Restrisiken der Entdeckung behaftet. Je professioneller der Anbieter, desto geringer das Entdeckungsrisiko!

Woran erkenne ich einen kompetenten Anbieter?

Oder warum Superlative immer mit Vorsicht zu beurteilen sind!

Eine schwierige Frage, die aus der Sicht der evtl. hier kritisierten Anbieter ganz anders gesehen wird. Aus meiner Sicht ist immer Vorsicht geboten, wenn die Anbieter inflationär mit Superlativen um sich werfen. Hinter den selbsternannten “Marktführern”, “Herstellern”, “Deutschlands Nummer Einsen”, “beliebten oder beliebtesten Tunings in Deutschland” oder “Erfahrungsberichten zufriedener Kunden” steckt oft nur eine kleine Bude deren Assets sich auf das Betreiben einer Internetseite oder die Kenntnisse einer im Pushen von Suchergebnissen bei Google bewanderten Agentur beschränkt. Es kann nie schaden sich bei Google Maps die Adresse etwas genauer anzugucken. Ist der Anbieter in einem Wohnhaus in Klein Kleckersdorf beheimatet und das ganze Drumherum macht eher keinen “gewerblichen Eindruck” wird es einer der zahllosen Welttuner sein, der sein Imperium aus dem Hobbyraum bei Mutti betreibt. Bevor jetzt der Eindruck entsteht ich hätte etwas gegen kleine Anbieter, weit gefehlt mir gehen nur die ganzen Wellenschläger ohne Fachwissen und Hintergrund auf die Ketten.

Finden sich auf den Internetseiten keine Produktabbildungen oder Bilder von der Firma, die sich auch halbwegs glaubhaft mit den Textinhalten verbinden lassen, ist es eher unwahrscheinlich, dass hier tatsächliche Produkte aus eigener Produktion angeboten werden. Entwicklung von Hard- und Software gibt es nicht zum Nulltarif. Die Elektronik der Fahrzeuge ist heute schon recht komplex und erfordert ein nicht unerhebliches Maß an Fachwissen, um zu vernünftig funktionierenden Produkten zu gelangen. Gerade bei den Zusatzsteuergeräten ist die Wahrscheinlichkeit recht gering auf einen echten Entwickler und Hersteller zu treffen, denn davon gibt es kaum mehr als “eine Hand voll” in Deutschland. Was ist eigentlich los in unserer Branche – jeder meint er müsse sich als Hersteller präsentieren? Es ist doch in keiner Weise herabsetzend, wenn man sich “nur” als Händler betätigt. Viele glauben wohl nicht wichtig genug zu sein, wenn sie sich “nur” als Fachhändler bezeichnen. Leider entsprechen die angebotenen Geräte oftmals nicht den vollmundigen Werbetexten. Würde mancher Anbieter die Ergebnisse seines Schaffens jemals auf einem Oszilloskop gesehen haben, gäbe es bestimmt nicht so viele grauenvolle Abhandlungen zum Thema “digital”, “neuste Software” oder so und soviel “Kennfeldanpassungen” pro Sekunde. Es würde bestimmt nicht schaden, wenn man sich schon jemals so eine Sensorkennlinie im Original angeschaut hätte.

Skeptisch darf man auch ruhig sein, wenn eine Mehrleistung von 30% oder sogar noch mehr versprochen wird. Das ist weder sinnvoll noch teilweise überhaupt technisch möglich – und schon gar nicht für 100 Euro. Was bei einer Kennfeldänderung noch klappen mag (wenn auch riskant) ist mit einem Zusatzsteuergerät garantiert nicht möglich. So etwas mag zu Zeiten von EDC15 noch erreichbar gewesen sein, aber bei den heute aktuellen Steuergeräten ist das Traumtänzerei. Die Veränderungen einzelner Sensorenparameter sind teilweise nur noch so marginal möglich, dass man genug zu tun hat überhaupt eine spürbare Mehrleistung zu generieren. Man braucht einfach nur mal zu gucken, wie sich schon in Serie in den letzten 5 Jahren z.B. die Einspritzdrücke erhöht haben. Aus meiner Sicht wird hier ganz klar versucht, über das Anbieten der möglichst höchsten Leistung zum kleinsten Preis, die Kunden zu locken. Und sind wir mal ehrlich in Zeiten von “Geiz ist geil” und einen auf “dicke Hose machen” klappt das auch gut. Warum für magere 15% Mehrleistung 500 Tacken bezahlen, wenn es für “nen Hunni” 30% und mehr bei den diversen “Weltmarktführern” gibt. Deutschland ist leider zu großen Teilen ein Volk von Schnäppchenjägern und Billigbockern geworden. Schon mal daran gedacht, dass seriöse Anbieter so Dinge wie z.B. Bauteilbelastung, Arbeitsdruck, Maximaldruck (sollte der Anbieter aus den Datenblättern der Sensoren kennen) und Auswirkungen auf die Peripherie (Kraftübertragung/Antriebsstrang) in Ihre Entwicklung mit einbeziehen und daher zu relativ konservativen Ergebnissen kommen? Wer sein Chiptuning im Wesentlichen nach der maximal angebotenen Leistung zum kleinsten Preis aussucht, wird mit Sicherheit nicht bekommen was man ihm versprochen hat.

Wenn es also überhaupt eine Empfehlung geben kann dann die, sein Tuning nicht nur nach der maximalen Leistungsausbeute auszusuchen. Im Zweifel kann es nicht schaden dem Betrieb einen Besuch abzustatten. Dann kann man zumindest erkennen, ob es sich nur um eine Website oder tatsächlich um eine Firma handelt und ob deren Hauptgeschäftsfeld auch tatsächlich auf das Thema Chiptuning ausgelegt ist.

Basics: Was ich über Chiptuning wissen sollte?

Technik und Methoden des Chiptunings
 
Die Parameter der elektronischen Motorsteuerung sind in der Regel als Datensatz auf einem wiederbeschreibbaren Speicherchip (Flash Eeprom) abgelegt. Dieser Datensatz kann bei den meisten Fahrzeugen (ca. ab Baujahr 2000) über den Diagnoseanschluss des Fahrzeuges beliebig oft gelesen und geschrieben werden (OBD Tuning). Darüber hinaus kann der Speicherbaustein direkt über einen Eprom Brenner (Lötarbeiten) oder über den BDM Port (Background Debug Mode) des geöffneten Motorsteuergerätes gelesen und geschrieben werden. Alternativ zum klassischen Chiptuning (Kennfeldänderung) erfreuen sich auch sog. Zusatzsteuergeräte immer größerer Beliebtheit.Chiptuning optimiert für die Steuerung und Regelung des Motors wichtige Parameter. U.a. werden abhängig von Temperaturen und Lastzuständen je nach Motorenkonzept Einspritzmenge, Einspritzzeitpunkt, Einspritzdruck, Ladedruck, Luftmasse und Zündzeitpunkt verändert. Durch die Aufhebung der Vmax Begrenzung und ein verändertes Ansprechverhalten (Gaspedalsensorik) können individuelle Fahrerwünsche umgesetzt werden. Beim Chiptuning werden keine baulichen Veränderungen am Motor vorgenommen, die Leistungssteigerung basiert allein auf dem sinnvollen Ausnutzen der thermischen und mechanischen Reserven, über die jeder Serienmotor verfügt. Dies wird über eine Softwaremodifikation des Motorsteuergerätes oder ein Zusatzsteuergerät erreicht. Seriöse Chiptuning-Experten gewähren bis zu einem bestimmten Km-Stand oder Fahrzeugalter (max. 3 Jahre) eine optionale Garantie auf Motor und Getriebe bzw. Schäden an Motor und Getriebe, die eindeutig auf das Chiptuning zurückzuführen sind. Bedenkenträgern würde ich aber generell vom Chiptuning abraten, denn endlose Diskussionen um das „für und wieder, hätte, könnte, was wäre wenn” führen zu keinem befriedigendem Ergebnis für Kunde und Anbieter. Eine Tuning affine Grundhaltung sollten Interessenten schon mitbringen, dann wird es bestimmt eine lohnende Investition für mehr Freude am Fahren.
 
Die programmierte Chiptuning-Software eines seriösen Tuners verändert die Kennfelder der Motorsteuerung nur geringfügig, sodass keine Grenzwerte erreicht oder sogar überschritten werden. Solche Tuningfirmen verfügen in der Regel über einen Leistungsprüfstand, mit Hilfe dessen die Chiptuning-Software auf das entsprechende Fahrzeug abgestimmt werden kann. Eine Abstimmung und Messung auf dem Prüfstand ersetzt aber niemals eingehende “echte” Testfahrten. “Auf einem Prüfstand ermittelt oder entwickelt” ist somit noch kein Gütesiegel für eine gute Abstimmung.  Erst im Einsatz auf der Straße können die auf dem Prüfstand und im Labor ermittelten Werte auf ihre Alltagstauglichkeit eingehend geprüft und abschließend beurteilt werden.
 
Jeder Verbrennungsmotor, der über eine elektronische Motorsteuerung verfügt, kann per Chiptuning modifiziert werden, sofern für die unterschiedlichen Steuergerätehersteller (z.B. Bosch, Siemens, Denso, Temic, Delphi, Visteon usw.) entsprechende Tools verfügbar sind. Über die dabei zu überwindenden Security Hürden der Fahrzeughersteller sollte der Tuner natürlich Bescheid wissen. Am wirkungsvollsten ist Chiptuning aber bei Diesel- und Benzinmotoren mit Turboaufladung. Bei Saugmotoren mit kleinem Hubraum ist oftmals keine wirklich spürbare Mehrleistung zu erzielen. Im Interesse der Kundenzufriedenheit und mit Blick auf den Kosten- Nutzenfaktor rate ich von solchen Tunings ab. Einige Spezialisten für Chiptuning erreichen Leistungssteigerungen bis zu 40 % der Seriendaten. Allerdings ist es sicher nicht empfehlenswert „alles auszureizen”, was zunächst als machbar erscheint. Nach aufwändigen Prüfstands- und Testfahrten quer durch die Motorenkonzepte vieler verschiedener Fahrzeughersteller sehe ich eine Mehrleistung von ca. 15-25% als empfehlenswerten Richtwert und Schnittmenge aus deutlich spürbarer Leistung und Haltbarkeit an. Dies wird natürlich durch die damit verbundene Kraftstoffersparnis auch zum Vorteil der Umwelt erreicht. Mehrleistung und Nachhaltigkeit sind schon längst keine Gegensätze mehr. Beim seriösen Chiptuning gibt es den Ökogedanken so gesehen serienmäßig. Beim Eco (Öko)-Chiptuning für Dieselmotoren ist die Verbrauchsminimierung das Optimierungsziel. Hierbei wird die Tatsache ausgenutzt, dass die meisten Fahrzeugführer nicht das Sparpotential ihres Fahrzeuges ausschöpfen. Grundsätzlich ist auch damit eine spürbare Mehrleistung verbunden, allerdings wird bei dieser Variante des Chiptunings das besondere Augenmerk auf die Unterstützung einer ökonomischen Fahrweise durch Verbesserung der Fahrbarkeit (z.B. Drehmomentverlauf) des Motors in den verbrauchsrelevanten Fahrsituationen gelegt. Voraussetzung hierfür ist natürlich nicht zuletzt das entsprechende Fahrverhalten des Fahrzeugführers – bei Vollgasjunkies versagen alle Optimierungsbemühungen des Tuners!

Was kostet Chiptuning?

Teuer muss nicht gut sein – Billigbocker taugen trotzdem nichts

Die Frage aller Fragen – fangen wir mal so an: So wenig wie man für € 100,- etwas vernünftiges erwarten kann muss man € 2.000,- ausgeben, um etwas Vernünftiges zu bekommen. Billig taugt meistens nichts und teuer ist auch keine Gewähr für ein gutes Produkt. Auch hinter großen Namen verbergen sich oft nur reine Handelsunternehmen ohne eigene Entwicklung. Wer gerne einen renommierten Namen auf seinen Kofferraumdeckel kleben möchte, sollte sich diesen Spaß auch ruhig gönnen und dafür ein paar Extrascheine locker machen.

Ok, das klingt jetzt verwirrend und wenig hilfreich! Leider muss ich, um mir unnötige Abmahnverfahren zu ersparen, vorsichtig sein und es vermeiden Ross und Reiter direkt zu benennen. Es dürfte aber so sein, dass man im Bereich zwischen € 300,- bis € 700,- vernünftige Zusatzsteuergeräte erwarten darf. Kennfeldänderungen können schon etwas teurer sein und werden sich so im Bereich zwischen € 500,- bis € 1.200,- bewegen. Natürlich spielen auch die Zusatzleistungen eine nicht unerhebliche Rolle. Das Erstellen von Teilegutachten ist ein teures Vergnügen und halbwegs vernünftige Garantieleistungen bekommt man auch nicht zum Nulltarif. Bei den Garantien sollte man schon mal die Bedingungen durchlesen, Versicherer sind keine Wohltäter und in den unteren Preisklassen ist es eher schwierig eine Schadenskonstellation zu finden, die den Versicherer zur Leistung verpflichtet.

Zum Thema Teilegutachten muss auch ganz klar gesagt werden, dass ohne eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere eine Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr nicht erlaubt ist. Dennoch muss man (ohne dazu eine rechtliche Bewertung abgeben zu wollen) feststellen, dass die gängige Praxis eher gegenteilig aussieht. Sollten Sie sich aus genannten Gründen für eine Eintragung entscheiden, ist es in jedem Fall sinnvoll auch gleich noch eine Garantie mitzunehmen. Für Vertragswerkstätten und Autohersteller ist so eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere im Schadensfall eine Steilvorlage für die Ablehnung von Garantie- oder Kulanzansprüchen.

Es gibt also einiges bei der Kaufentscheidung zu bedenken. Die Frage nach dem Preis ist sehr stark vom Umfang der gebotenen Leistung abhängig. Guten Service gibt es nicht zum Nulltarif und auch nicht für Kleines. Bleibt abschließend die Empfehlung sich vor dem Kauf evtl. den Anbieter mal genauer anzugucken.

Thema Haltbarkeit: Sind Schäden durch Chiptuning möglich?

Ewiges Leben kann man nicht generell versprechen

Ein klares JA! – Schäden durch Chiptuning sind möglich. Anbieter die behaupten, dass Ihr Chiptuning generell keinerlei Auswirkung auf die Lebensdauer des Motors hat, sagen schlicht die Unwahrheit! Es gibt keine Möglichkeit höhere Leistung ohne jegliche Form von höherem Verschleiß zu erzielen. Deshalb liegt der Fokus des seriösen Entwicklers hier nicht auf Machbarkeit sondern besonders auf Haltbarkeit. Man kann das Risiko stark minimieren, wenn man gerade nicht an die Leistungsgrenzen geht. Alleine deshalb kann vor den Anbietern mit durch die Bank hohen Leistungsangaben eigentlich nur gewarnt werden (wenn die versprochene Leistung tatsächlich erreicht werden sollte). Der Verschleiß ist natürlich nicht nur unbedingt im Motor selbst zu suchen. Eine Mehrleistung kann natürlich auch höheren Verschleiß in der Peripherie wie Z.B. Bremsen, Reifen, Kupplung und Getriebe/Antriebsstrang verursachen.

Hier muss zunächst aber auch an den Fahrer appelliert werden. Lässt man sich durch die Mehrleistung zu einem rasanten Fahrstil verleiten und ruft diese permanent und vollumfänglich ab sollte es einen nicht wundern, wenn es dann zu erhöhtem Verschleiß oder gar zu Schäden kommt. Der Gasfuß des Fahrers entscheidet in erster Linie über die Haltbarkeit seines Fahrzeuges. Bei vernünftiger Fahrweise und einem Chiptuner der sein Handwerk versteht, kann man das Schadensrisiko so minimieren, dass man sich darüber keinen Kopf machen braucht. Das Restrisiko können vorsichtige Zeitgenossen zusätzlich auch noch mit einer Garantie auf Motor und Getriebe mindern. Wer sich allerdings grundsätzlich “kräftig in die Hose macht” und sein Schmuckstück die nächsten 10 Jahre über 800.000KM bewegen muss oder auch möchte, sollte lieber auf Chiptuning verzichten. Aus meiner Sicht würde ich auch immer davon abraten einer zehn Jahre alten Kiste mit 250.000KM noch ein Chiptuning zuzumuten. Anbieter die dazu raten ohne auf die Risiken hinzuweisen sollte man doch eher meiden.

Es gibt aber leider auch Patienten, die davon träumen für Ihr marodes Fahrzeug noch eine Garantie zu bekommen und dabei den Umweg über ein Chiptuning mit Motorgarantie gehen. Soll sich doch der Tuner für ein paar Euro gerade machen und die anstehenden Defekte bezahlen. Am Besten für € 500,- ein Chiptuning mit Garantie für zwei Jahre abgreifen und dann für das Zehnfache oder Zwanzigfache der eingesetzten Summe versuchen Schäden geltend zu machen – alles schon erlebt! Zum guten Schluss muss auch noch darauf hingewiesen werden, dass die Fahrzeughersteller sich heute nicht gerade mit Ruhm bekleckern was die Haltbarkeit Ihrer Komponenten angeht. Notläufe werden nur zu gerne auf ein verbautes Tuning geschoben, dabei hat die Qualität von Injektoren, Hochdruckpumpen, Partikelfiltern, Luftmassenmessern und Turboladern auch deutlich nachgelassen. Immer höhere Bauteilauslegung und das bei reduzierten Herstellungskosten drückt auf die Lebenserwartung. Unzählige Rückrufaktionen der Hersteller sprechen eine deutliche Sprache! Viele der genannten Teile halten auch ohne Chiptuning keine 100.000KM.

Natürlich muss man sich bei einem gut gemachten Tuning keine großen Sorgen um die Haltbarkeit machen, aber die Floskeln mancher Anbieter zum Thema Verschleiß haben eine deutliche Ansage wirklich nötig gemacht.

Wie wird eine Chiptuning Box eingebaut?

Einbaubeispiele für Benziner und Diesel Zusatzsteuergeräte

Hier wollen wir uns nur mit dem Einbau von Zusatzsteuergeräten beschäftigen. Kennfeldänderungen erfordern entsprechende Tools (Löten/OBD/BDM) über die in aller Regel nur Tuningfachbetriebe verfügen.

So kinderleicht wie von vielen Anbietern versprochen, ist der Einbau von Tuningboxen dann aber doch nicht. Teilweise sind die entsprechenden Sensoren nicht ganz einfach zu erreichen. Aus Unwissenheit die falsche Steckverbindung zu benutzen kann sowohl die Fahrzeugelektronik als auch das Tuning beschädigen. Also in Ruhe damit auseinandersetzen oder im Zweifel einen Fachmann zu Rate ziehen.

Was mir immer wieder auffällt, dass nur wenige Anbieter in Ihren Einbauanleitungen oder auch Einbauvideos darauf hinweisen was in Sachen Datenbus zu beachten ist. Es müssen immer gewisse Wartezeiten (ca. 5 Min.) eingehalten werden, bevor man den Stecker an einem Sensor gefahrlos ziehen kann. Ist der Datenbus des Fahrzeuges noch aktiv, wird die Aktion im Fehlerspeicher dokumentiert. Es kann sogar je nach Steuergeräteversion vorkommen, dass im Kombiinstrument eine Warnlampe angeht und das Fahrzeug nur noch im Notlauf bewegt werden kann. Hier wird dann das Löschen des Fehler- und Ereignisspeichers des Fahrzeuges notwendig. Blöd, wenn man über keinen entsprechenden Tester verfügt und deshalb in die Werkstatt fahren muss. Wird z.B. während die Steckverbindung eines Sensors unterbrochen ist eine Tür am Fahrzeug geöffnet kann es ebenfalls zum Fehler bzw. Notlauf kommen. Noch ärgerlicher wenn nur ein Fehler ohne Meldung hinterlegt wird und der Anwender gar nichts davon mitbekommen hat. Der nächste Besuch bei der Vertragswerkstatt könnte Fragen aufwerfen!

Warum erwähnen das viele der so genannten Chiptuning Hersteller weder in Ihren Einbauanleitungen noch in Ihren Einbauvideos? Lassen die Ihre Kunden bewusst in die Falle tappen oder sind die einfach nur zu blöd evtl. weil sie es selbst gar nicht wissen? Fragen darf man ja, oder?

Videos und Tipps über den Einbau einer Chiptuning Box und was man alles beachten sollte, können Sie hier auf YouTube sehen.

Viel Spaß beim stöbern!